Pferdebeurteilung

Du möchtest ein Pferd kaufen? Weißt aber nicht so genau, worauf du dabei achten musst, und was wichtig ist? Dann bist du hier genau richtig. Hier erfährst du alles wichtige, was du beim Pferdekauf beachten musst, damit du auch ein wundervolles Pferd erhälst, so wie du es dir vorstellst. Aber selbstverständlich ist dies hier auch sehr interessant für jemanden, der kein Pferd kaufen möchte.

Als erstes muss man sich natürlich darüber klar werden, was man für ein Pferd möchte. Welche Rasse, welche Farbe, für was will ich das Pferd verwenden? Nach diesen Kriterien geht man auf die Suche. Das Aussehen des Tieres sollte erstmal im Hintergrund stehen. Man möchte ja nicht nur ein dekoratives Weidepferd haben, sondern auch gut mit ihm zurecht kommen und Spaß am Reiten haben.

Hat man ein Angebot gefunden, das einem zuspricht, macht man einen Besichtigungstermin mit dem Verkäufer aus. Allerdings sollte man sich einen erfahrenen Reiter und Pferdekenner mitnehmen, denn man selbst neigt sehr schnell zur „Liebe auf den ersten Blick“ und übersieht dann vielleicht wichtige Dinge, die unter Umständen später zu einer Belastung werden. Schließlich soll es eine gut funktionierende Beziehung zwischen Mensch und Tier werden, und keine verhängnisvolle Affaire. Es gibt auch Profis vom Fach, die anbieten, Pferdekäufer beim Besichtigungstermin zu begleiten.

Sieht man das Pferd nun live, sollte man es sich sehr genau ansehen und auf jedes Detail achten. Genau hinsehen lohnt sich. Das Gebäude gibt Aufschlüsse über die Reiteigenschaften. Man sieht zum Beispiel sofort, ob das Pferd einen kurzen oder einen langen Rücken hat. Mit einem kurzen Rücken kann das Pferd nicht so gut in der Bewegung mitschwingen beim Gehen. Auch überbaute Pferde, wo die Kruppe höher steht als der Widerrist, sind für die Dressur ungeeignet, weil sie die Vorderhand zu sehr belasten. Allerdings wären diese Eigenschaften für ein Rennpferd karrierefördernd, da es so mehr Schub entwickeln könnte. Auch sehr lange Beine sind für ein Rennpferd natürlich von Vorteil. Doch im Gelände kann ein Pferd sich mit zu langen Beinen nicht genügend ausbalancieren.

Ganaschenfreiheit

Beim Kopf sollte man auf eine ausreichend lange Mundspalte achten, die dem Gebiss genug Platz einräumt. Die Ganaschenfreiheit ist ebenfalls von Bedeutung. Sie ist sehr wichtig, damit das Pferd sich ohne Probleme an den Zügel stellen kann, also den Hals aufwölben und den Kopf in eine nahezu senkrechte Position bringen. Das ist nur möglich, wenn der Abstand zwischen den Backenknochen (Ganaschen) und dem Halsansatz so groß ist, dass eine halbe Hand hineinpasst. Ist dieser Platz nicht gegeben, hätte das Pferd Schmerzen, wenn es diese Kopfhaltung einnimmt. Der Hals sollte nicht zu kurz sein, da das Pferd sonst eventuell nicht das richtige Gleichgewicht unter dem Reiter findet.

Pferd auf der Weide

Was macht das Pferd frei auf der Weide?

Wenn möglich, sollte man die Chance haben, das Pferd auch frei auf der Weide zu beobachten. Sein Verhalten dort gibt oft viel Aufschluss über das Tier. Für das Probereiten sollte man es unbedingt selbst vorbereiten. Wie verhält sich das Pferd am Führstrick? Lässt es sich ruhig anbinden und putzen? Was tut es beim Satteln und Trensen? Die erste Runde auf dem Reitplatz sollte vom Besitzer selbst gemacht werden. So hat man die Möglichkeit zu sehen, wie das Pferd mit einem Reiter umgeht.

Pferd Satteln

Wie verhält sich das Pferd beim Satteln?

Steht es beim Aufsteigen still? Läuft es locker und entspannt? Wehrt es sich gegen den Reiter oder versucht gar, ihn loszuwerden? So ist man besser vorbereitet, wenn man sich dann selbst in den Sattel schwingt. Jetzt kann man selber prüfen, wie sich das Pferd unter einem anfühlt. Man sollte gut und bequem sitzen können und sich sicher fühlen. Besonders achten sollte man jetzt auf vier Punkte: Gutes Reagieren auf Hilfen, Nachgiebigkeit gegenüber dem Zügel, raumgreifende Gänge und Aufmerksamkeit bzw. Arbeitsbereitschaft. Gut erkennen kann man diese Punkte, indem man viele Übergänge zwischen Schritt, Trab und Galopp reitet. Hier merkt man schnell, wieviel Aufwand betrieben werden muss und ob man selbst mit dem Pferd gut auskommt. Nach Möglichkeit sollte man das Pferd auch im Gelände testen dürfen.

Fühlt man sich wohl auf dem Pferd?

Ist man mit dem Proberitt zufrieden, sollte man aber keinesfalls sofort den Kaufvertrag unterschreiben. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist ein Komplett-Check vom Tierarzt. Und zwar sollte man seinen eigenen Tierarzt zu Rate ziehen, dann kann man auch nicht betrogen werden. Das Pferd sollte fachmännisch auf jede Kleinigkeit untersucht werden. Auch gibt es wohl Pferdeverkäufer, die ein krankes Pferd verkaufen wollen und es für den Besichtigungstermin mit Medikamenten füttern, damit der potenzielle Käufer nichts merkt. Vorbeugen kann man so einem Betrug entweder durch einen weiteren, unangemeldeten Besuch, oder eben durch den eigenen Tierarzt. Denn der Tierarzt des Verkäufers könnte eventuell eingeweiht sein.

Ist aber nun endlich wirklich jedes Detail geprüft und erfragt, und man ist mit allem zufrieden, wird ein Kaufvertrag gemacht und das Pferd bekommt einen neuen Besitzer. Und dieser hat dann hoffentlich viel Spaß und Freude an seinem Tier!

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